Louisiana Blues Pub Wien: Kein Eintritt, kein Fixum – mittwochs gehört die Bühne allen
Die meisten Clubs behaupten, sie förderten den Nachwuchs. Der Louisiana Blues Pub schreibt es in sein eigenes Branchenprofil, und zwar mit einer bemerkenswerten Präzisierung: Man sei offen für Newcomer und Nachwuchsmusiker*innen — vor allem bei der Mittwochssession.
Das ist keine Marketingfloskel, sondern eine Betriebsanweisung. Jeden Mittwoch läuft in dem kleinen Lokal an der Prinz-Eugen-Straße eine Bluessession, zu der man ohne Eintritt hineinspazieren kann. Wer ein Instrument dabei hat, spielt mit.
Es gibt einen Haken, und man sollte ihn kennen, bevor man hingeht. Er hat mit Geld zu tun.
Steckbrief
Adresse: Prinz-Eugen-Straße 4, 1040 Wien (Wieden)
Bestehen: über zwanzig Jahre
Live-Musik: vier Abende die Woche, Mittwoch bis Samstag, meist ab 20 Uhr
Session: jeden Mittwoch — Bluessession, offen für Newcomer
Eintritt: keiner. Stattdessen Hutgeld für die Band, bar
Zahlung: Konsumation nur bar, keine Karten
Stilistik: Blues, dazu Jazz, Swing, Rock 'n' Roll, Austropop
Gut für: unkompliziert mitspielen, Wiener Bluesszene an einem Abend
Achtung: sehr klein. Früh kommen oder stehen
Ein Beisl mit Bühne
Das Louisiana ist kein Konzertsaal und will keiner sein. Es ist ein Café-Restaurant mit regelmäßiger Livemusik — so beschreibt es der Betrieb selbst. Wiener und internationale Küche, Snacks, ein Schanigarten für zwölf Personen.
Der Raum ist winzig. Das ist der häufigste Punkt in den Bewertungen, und er fällt je nach Temperament unterschiedlich aus: Die einen loben die Intimität, die anderen berichten, dass es an vollen Abenden nur noch Stehplätze gibt und es im Sommer heiß wird. Ein Besucher rät, vorher essen zu gehen — drinnen sei es zu eng.
An den Wänden hängen Fotos von Musikern*innen, die dort gespielt haben. Ein Gast beschreibt den Laden als charmantes Chaos, und das trifft es vermutlich.
Der Pub schreibt über sich selbst einen Satz, den man selten liest: Schade nur, dass das Lokal nicht größer sei.
Vier Abende Live, ein Abend offen
Das Programm läuft von Mittwoch bis Samstag, in der Regel ab 20 Uhr. Ein Blick in einen Veranstaltungskalender zeigt die Bandbreite: Musik-U am Mittwoch, Jazz und Improvisation am Donnerstag, Pop und Rock am Freitag, wieder Jazz am Samstag.
Der Schwerpunkt liegt auf Blues. Dazu kommen, wie der Betrieb selbst auflistet, Jazz, Swing, Rock 'n' Roll und Austropop. Am Wochenende treten teils international besetzte Acts auf.
Der Mittwoch ist der wichtige Termin. Dann läuft die Bluessession, und sie hat in Wien einen Ruf. Ein Besucher nennt die Atmosphäre bei den Mittwochs-Jams unschlagbar und beschreibt, wie viele Musiker dort ihr Können zeigen.
Wer mitspielen will, kommt einfach. Es gibt keine Anmeldung, keine Bewerbung, keinen Filter.
Das Hutgeld: bitte vorher lesen
Hier kommt der Punkt, den man verstanden haben muss — als Gast wie als Musiker*in.
Es gibt keinen Eintritt. Aber die Bands werden vom Pub nicht bezahlt. Ein Besucher formuliert es unmissverständlich: Das Trinkgeld sei die Gage der Musiker*innen, und das sei in Österreich üblich. Er fügt hinzu, dass er als Ausländer davon nichts wusste und deshalb negative Bewertungen zu diesem Punkt für unberechtigt hält.
In den Rezensionen kursiert ein Richtwert von fünf Euro pro Person, in bar. Ein anderer Gast beschreibt es so, dass Spenden für die Band zwar freiwillig, aber faktisch erwartet würden — und dass man den gewünschten Betrag am besten passend dabeihat.
Das ist ein anderes Modell als bei einem Club mit Eintrittskarte, und es hat zwei Konsequenzen. Für Gäste: Man kommt ohne Ticket rein, sollte aber Bargeld einstecken. Für Musiker*innen: Man spielt vor einem Publikum, das direkt entscheidet, was der Abend wert war.
Karten werden für die Konsumation nicht akzeptiert. Bargeld ist Pflicht.
Praktisches für den Besuch
Reservieren, wenn man sitzen will. Bei diesem Raum ist das kein Luxus, sondern Voraussetzung. Besucher berichten übereinstimmend, dass eine Reservierung für Konzerte notwendig ist.
Bargeld mitbringen — für die Konsumation und für das Hutgeld.
Früh kommen. Der Laden ist klein und füllt sich.
Das Monatsprogramm veröffentlicht der Pub, es lohnt der Blick vorab.
Eine Einschränkung, die man nennen muss: Unter den Bewertungen findet sich ein Vorwurf rassistischer Behandlung durch das Personal. Das ist die Schilderung eines einzelnen Gastes und lässt sich von außen nicht überprüfen. Die überwiegende Mehrheit der Rezensionen beschreibt das Personal als freundlich und familiär. Wir geben beides wieder, ohne uns eine Bewertung anzumaßen.
Warum der Pub für Newcomer zählt
In Wien gibt es größere Bühnen. Porgy & Bess ist das Flaggschiff, das Jazzland die historische Institution, das ZWE der Geheimtipp mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Louisiana Blues Pub ist keine dieser Kategorien. Er ist die niedrigschwelligste Bühne der Stadt.
Kein Eintritt, keine Anmeldung, keine Vorauswahl. Wer mittwochs mit einem Instrument hereinkommt, kann spielen. Für ein Label heißt das: Man sieht dort Musiker, die noch gar nicht auf dem Radar sind — Leute ohne Band, ohne Release, ohne Pressetext, die einfach Lust haben zu spielen.
Der Vergleich mit Deutschland liegt nahe. Die Hat Bar in Berlin funktioniert nach demselben Prinzip: täglich Jam, freier Eintritt, alles über Getränke finanziert. Beide Läden sind eng, beide sind laut, in beiden ist die Bühne offen. Der Unterschied liegt im Genre — Berlin spielt Jazz, Wien spielt Blues.
Und der Louisiana hat eine Eigenschaft, die selten ist: Er sagt selbst, dass er Newcomer will. Das steht schwarz auf weiß in seinem Profil. Ein Club, der das ausspricht, meint es meistens auch.
Wie sich die Wiener Szene ins Gesamtbild fügt, steht im Überblick zur Live-Musik im DACH-Raum.
Häufige Fragen
Wann ist die Jam-Session im Louisiana Blues Pub?
Jeden Mittwoch. Die Bluessession ist nach Angaben des Pubs ausdrücklich auch für Newcomer und Nachwuchsmusiker offen.
Was kostet der Eintritt?
Nichts. Es gibt keinen Eintritt, dafür wird ein Hutgeld für die Band gesammelt — nach Besucherangaben rund fünf Euro, in bar. Die Bands erhalten vom Pub keine feste Gage.
Kann man mit Karte zahlen?
Nein. Die Konsumation muss nach Angaben von Besuchern bar bezahlt werden.
Wann gibt es Live-Musik?
An vier Abenden pro Woche, Mittwoch bis Samstag, in der Regel ab 20 Uhr. Der Schwerpunkt liegt auf Blues, dazu kommen Jazz, Swing, Rock 'n' Roll und Austropop.
Wo liegt der Louisiana Blues Pub?
Prinz-Eugen-Straße 4 im vierten Wiener Bezirk (Wieden). Das Lokal ist klein — für Konzerte wird eine Reservierung empfohlen.
Stand: Juli 2026. Programm und Zeiten können sich ändern — aktuelle Termine über die Kanäle des Pubs.
Quellen
- VCC Radar – Louisiana Blues Pub (Selbstbeschreibung, Offenheit für Newcomer bei der Mittwochssession, Bestehensdauer, Genres)
- Falter – Louisiana Blues Pub (Veranstaltungskalender, Programmstruktur)
- Tripadvisor – Louisiana Blues Pub (Hutgeld-Praxis, Raumsituation, Besucherberichte)
- events.at – Louisiana Blues Pub (Adresse, Öffnungszeiten)
- Google Places (Bewertungen zu Session, Bezahlung, Reservierung, abgerufen am 11.07.2026)